Über das Vorstellungsvermögen von Studenten

Zum Protest der Studenten und Schüler gegen die Einführung von Studiengebühren und deren Angst vor Benachteiligungen am künftigen Arbeitsplatz und die Sorge, überhaupt einen abzubekommen:

Die jungen Leute, die Studenten, hätten mal Solidaritätsbekundungen zu jener Zeit abgeben sollen, in der Arbeitslose gegen die Einführung von HartzIV auf die Straße gegangen waren und gegen den Sozialabbau demonstriert und protestiert haben. Die Studenten jedoch haben u.a. deshalb nicht gehandelt, weil sie schon damals nicht begriffen hatten, dass auch sie selber in den Strudel der Demontage des Sozialstaates gezogen und selber Opfer einer menschenverachtenden Politik werden könnten.
Die Studenten in Frankreich waren dagegen klüger. Die haben in ihren Protest sogar - man höre und staune - auch die Jugendlichen einbezogen, die "nur" die Voraussetzungen für "schlichte", aber deshalb nicht weniger gewichtige Lehrberufe vorzuweisen haben.

Erst wenn die Jugend begreift, dass alle von Unternehmen und Ausscheidungen der Politiker abhängigen Menschen im selben, in einem Boot sitzen, erst dann kann der unter dem (die Menschen verblödenden) Codenamen "Globalisierung" eingeleiteten Zerfall dieser bis dahin annehmbaren Gesellschaft aufgehalten und gestoppt werden. Und dieser Zerfall muss gestoppt werden, soll verhindert werden, dass immer mehr Menschen von einer immer kleiner werdenden Zahl Nichtbetroffener als Sozialschmarotzer und Volksschädlinge diffamiert und gegeißelt werden.

Die Studenten können getrost davon ausgehen, dass ein akademischer Bildungs- und Berufsabschluss keine Versicherungspolice dafür ist, im erlernten Beruf arbeiten zu können oder überhaupt einen Erwerbsarbeitsplatz zu bekommen. Nur wenige werden dann von der Wirtschaft - die schon lange keine Volkswirtschaft mehr ist - benötigt werden, um den Interessen der Unternehmer vollauf zu genügen.

Der emsige Ausbau der Automatisierung/Computerisierung findet bekanntlich auch in Büros und Laboratorien statt, nicht nur an Industriearbeitsplätzen. Die Folge davon ist, dass immer mehr Erwerbsarbeitsplätze abgebaut werden und immer weniger entstehen.
Auf diese logische Entwicklung am Arbeitsmarkt muss intelligent, muss vernünftig und logisch reagiert werden. Und genau das geschieht derzeit keineswegs.

Klaus - 07.07.06 - zurück