Sozialhilfe – Dilemma

Sozialhilfe-Empfänger dürfen kein Auto besitzen. Das Auto ist aber schon lange kein Luxusgegenstand mehr; und für die meisten kaum noch ein Prestigeobjekt, sondern ein wichtiges Mittel zur Mobilität, um einer Erwerbsarbeit nachgehen zu können..

Heute wird wie nie vorher von jedem Arbeitnehmer Mobilität verlangt. Der Mob beklagt die hohe Zahl der Sozialhilfeempfänger. Sind die meisten von ihnen ohnehin schon schwer vermittelbar, verringert sich die Chance, sie vielleicht doch noch in den regulären Arbeitsmarkt unterbringen zu können schon dadurch gewaltig, dass sie nicht mobil sind. D. h. sie haben kein Auto!

Ein Sozialhilfeempfänger ohne Auto ist ein Dauerbezieher von Sozialhilfe. Wenn überhaupt, sind Arbeitmöglichkeiten in unmittelbarer Nachbarschaft zur eigenen Wohnung eher die Ausnahme. Häufig bietet auch das öffentliche Verkehrsnetz keine Möglichkeit, die Arbeitsstelle zu erreichen. Also muss das Auto her.

In Hamburg werden neuerdings Sozialhilfeempfänger razziamäßig daraufhin überprüft, ob sie nicht etwa heimlich einen PKW besitzen. Wenn ja, dann muss das Fahrzeug verkauft und Geld an das Sozialamt zurückgezahlt werden. Schließlich hat kein Sozialhilfeempfänger das Recht auf einen fahrbaren Untersatz. Wozu braucht er den aber auch, er arbeitet doch sowieso nicht. Hier beißt sich der Hund in den Schwanz. Längst hätten die volksmüden Parlamentarier die entsprechenden Bestimmungen für den Bezug von Sozialhilfe modernisieren, will heißen, den Erfordernissen unserer jetzigen Arbeitswelt anpassen müssen wegen der zur Arbeitsaufnahme meist vorausgesetzten Mobilität des Arbeitssuchenden!
Ein Update - wie zeitgemäße Artgenossen sagen würden - der Sozialgesetzgebung ist zwingend erforderlich.

Klaus - 24.05.02

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