Münchner Runde im ARD, Journalistengesäusel...

Die Manager-Einkommen, die angebliche Neid-Diskussion, Harz 4-Debatten und die ewige Klugscheißerei einiger Journalisten in den Medien.

Anwesend und beteiligt in dieser Runde am 28.Juli 2004



Moderation


  • Frau Nahles, SPD-Bundestagsfraktion, IG-Metallohneglied, eierte sichtlich herum, lachte viel an den unpassenden Stellen und hält die Agenda 2010 immer noch für unumstößlich. An der Fortsetzung der sozialen Marktwirtschaft muss festgehalten werden - wie soll das aussehen? Nales befürwortet Minilöhne.
  • Friedrich Thelen, Leiter der Redaktion "Berliner Wirtschaftswoche", spricht von Neiddebatte angesichts der aufgekommenen Proteste in der Bevölkerung gegen die horrenden Manager-Einkommen. Ich jedenfalls sah ihm an, dass er die Weisheit mit großen Löffeln gefressen haben musste. Er hat mit den überzogenen Einkommen der Bosse übrigens kein Problem. Auch glaubt er nicht an einen Volksaufstand gegen Hartz 4.

  • Christian Heese, arbeitsloser Akademiker, ehem. Vertriebsleiter von was auch immer, auch Manager genannt, faselte vor allem dummes Zeug, grinste in die Runde und verbreitete Hoffnung - für sich - er fände bald wieder einen seiner Berufung angemessenen Job. - Auf die Erfordernisse aus der Globalisierung müsse übrigens unbedingt - koste es was es wolle - eingegangen werden, meinte dieser Sonnyboy hinter grinsender Grimasse.
  • Herr Meyer, CDU General, fordert, den Arbeitslosen endlich eine Chance zu bieten, wieder in Arbeit zu kommen. Er plädiert gerechtigkeitsvernarrt für Entlohnung aus der Kombination Sozialhilfe und Niedrigstlöhne, ohne deren tatsächlichen Bedürfnisse und Lebensumstände zu berücksichtigen.
    Was für eine Chance für die Arbeitslosen menschenwürdig den Lebensunterhalt selbstständig bestreiten zu können! - Schööön gebrüllt, Meyer!
    Der Meyer glaubt sogar ernsthaft, ganze 6 Mill. Arbeitsplätze könnten aus dem Potential der geleisteten Schwarzarbeit entstehen. Wie es um die Rechenkünste unserer Elite bestellt ist, muss sich inzwischen bis zum naivsten, gutgläubigsten, davon hart getroffenen Bürger herumgesprochen haben- oder?

Klaus meint: Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. Von Hartz 4 war kaum die Rede. In dieser glücklosen Runde ging es vor allem um den Abbau des Kündigungsschutzes für Arbeitnehmer. Da wurden Widersprüche in die Welt gesetzt, die für sich sprechen: Der eine meinte, der wie ein Schweizer Käse löchrige Kündigungsschutz in der Schweiz hätte eine geringe Arbeitslosigkeit zur Folge, der andere erklärt, in Portugal gäbe es eine gerige Arbeitslosenquote bei einem viel härterem Kündigungsschutz als den in Deutschland.
Keiner von diesen Oberschlauen hatte es für nötig gehalten, diesen Widerspruch aufzugreifen. Offensichtlich war der diesen Herrschaften gar nicht bewußt geworden.
Der Einwand von Frau Nahles, es gäbe für die Unternehmer die Möglichkleit, nach Bedarf auch befristet einzustellen, wurde kurzerhand großzügig ignoriert.
Realistisch betrachtet: Kein Arbeitgeber stellt Leute ein, wenn er keine braucht. Selbst dann nicht, wenn er sie heuern und feuern dürfte.
Was wir derzeit erleben, ist der Beginn der völligen Demontage der Grundfesten Deutschlands:

Soziale Marktwirtschaft als Garant für den sozialen Frieden im Lande!


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