Wir verbraucher sind auch schuldig

Landwirtschaftsminister Seehofers fauler Eier-Kompromiss.

Nun hat die Bundesregierung dem Drängen der profitgierigen Massentierquäler in der Eierbranche doch nachgegeben. Im TV wurden Leute gezeigt, die aussahen wie Menschen. Und die demonstrierten doch tatsächlich dafür, die Tierquälerei in den Legehennenbatterien wieder bessren Wissens und gegen jede menschliche Vernunft beizubehalten. Sie jammerten, die größeren Käfige würden sich als unwirtschaftlich erweisen.
Ich möchte mal wissen, was in den verkorksten paar Hirnwindungen dieser Eierköpfe wirklich abgeht. Wie verkalkt sind die eigentlich schon? Die werden ja zu einer ernsten Gefahr für uns alle. Es war doch vorauszusehen, dass die gegenwärtige Wirtschaftlichkeit der "Eierproduktion" unabwendbar zur Disposition stehen würde, wenn die etwas größeren Käfige in der Legehennenhaltung gesetzlich verordnet würden. Und dass eine solche Verordnung, solcher Zwang notwendig ist, liegt auch auf der Hand. Schlimm genug, dass die Käfighaltung dadurch bis zum Sanktnimmerleinstag fortbesteht.
Wieder ein Grund, den Beichtstuhl aufzusuchen oder für ein Stoßgebet fürs eigene Heil.

Ein bisschen mehr Achtung vor dem Leben anderer Geschöpfe, wie hier das der Legehennen, ist nun mal nicht umsonst zu haben. Die daraus entstehenden Verluste beim Besorgen der Eier, die eigentlich nicht wirklich den Käfighaltern gehören, sondern den Hennen, müssen eben durch ein etwas höheren Preise je Ei in etwa ausgeglichen werden. Aber nicht ganz. Einen Tribut müssen diese Tierquäler schon noch mittragen. Den anderen Teil dieses Tributes tragen diejenigen, die das Ei schließlich essen. Diese Konsequenz muss dem geistig wie moralisch in seiner Entwicklung etwas weiter vorangekommenen Verbraucher schon wert sein. Jedem von uns muss eigentlich klar sein, dass wir selber eine ganz persönliche, individuelle Mitverantwortung für das Ausmaß der Tierquälerei haben, einmal durch das eigene Essverhalten, zum andern dadurch, dass wir nicht immer alles ganz supermarktbillig haben müssen. Wenn’s Geld nicht für 3 Eier die Woche reicht, dann tun's eben 2 auch. Wir fressen ohnehin von allem viel zu viel. Und diese Vielfresserei macht krank und das Gesundheitssystem kaputt. Wenn diese Erkenntnis endlich Raum greift, können wir Menschen uns auf die Schulter klopfen und froh darüber sein, unserer Kontur damit wieder ein wenig mehr menschliches Format gegeben zu haben.

Was dieses Weichei Seehofer nicht geschafft hat, dass müssen wir Eierkäufer selber hinkriegen: Du und ich, wir sollten Eier - wenn schon - dann eher mehr von freilaufenden Hühnern oder gar Öko-Eier konsumieren. Dieses reife, uns Menschlein besser zu Gesicht stehende Kaufverhalten würde diesen kriminellen Eierproduzenten sehr schnell das schäbige, uns alle beleidigende Handwerk legen helfen. Eigentlich müssten diese Nestbeschmutzer die Eier ihrer gepeinigten Opfer selber fressen, nötigenfalls unter Zwang; und zwar bis sie daran ersticken. Wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, sie endlich loszuwerden.

Klaus - 27.08.06