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Offener Brief an Restaurant-Betreiber

Montag, März 22nd, 2010

Klaus R. frontal ...

Der Autor läßt sich blicken


Der Vegetarier im Restaurant

Ein Resüme nach einem Restaurantbesuch im beschaulichen Zittau

Sehr geehrte Damen und Herren,

inzwischen sind meine Frau und ich einige Male bei Ihnen zu Gast gewesen und haben uns in Ihrem Restaurant durchaus wohl gefühlt. Das Ambiente stimmt. Die Qualität der Speisen ist nach meinem Gefühl bestens, das Essen schmeckt (Kompliment an die dafür Verantwortlichen), die Getränke sind tadellos, und die Bedienung ist angenehm, professionell und zuvorkommend - also nichts zu meckern …
Meckern will ich es deshalb auch nicht nennen, wenn ich, den guten Eindrücken zuwiderlaufend, festgestellt habe, dass die Ansprüche zumindest eines Vegetariers doch ein wenig zu kurz kommen. So jedenfalls mein Eindruck. Mit einem noch so reichlichen Salatteller oder einer, jedenfalls mir als dem Nichtgourmet hervorragend schmeckenden Pilzpfanne wird der Vegetarier allerdings, na sagen wir Mal, beinahe stiefmütterlich behandelt, abgespeist wäre beinahe zu grob gesagt. Ein waschechter Vegetarier isst bekanntlich auch keinen Fisch. Bisher habe ich immer noch ein Fischgericht bestellt, mit schlechtem Gewissen und ungutem Gefühl zwar und was mich als jemand outet, der also noch nicht ganz dem Verzehr tierischen Fleisches abgeschworen hat, aber sich darum bemüht. Wir gehören nicht mehr zu den so genannten Pesco-Vegetariern. Wir haben den Absprung zum reinen Vegetarier längst hinbekommen. Trotzdem, aber ein Pesco-Vegetarier ist immer noch besser als gar nicht vegetarisch.

Die Lebensmittelindustrie (klingt etwas abgeschmackt und nicht nur eingefleischte Vegetarier oder gar Veganer werden hier aufschreien ) bietet inzwischen zunehmend besser werdende fleischlose, wohlschmeckende Produkte an, die dazu beitragen könnten, sogar die Speisekarte in Restaurants auch für den Vegetarier, ich sage mal getrost kulinarisch zu erweitern, das Angebot letztlich damit aufzuwerten und diesen speziellen Gast vollends zufrieden zu stellen.
Einen engagierten, intelligenten Koch mit gesundem Selbstbewusstsein dürfte das nicht um oder gar aus der Bahn werfen, meine ich jedenfalls. Auch wenn das Schnitzel ohne Fleisch vom Tier, also von Fisch oder Warmbluter, nicht erst vom Koch aufwändig aus dem gewohnten Rohmaterial auf- bzw. zubereitet (zugerichtet) werden muss. Aber es sollte trotzdem anständig und mit Gefühl, mit fachkundigen Fingerspitzengefühl behandelt werden, damit auch das beim Gast bestens ankommt. Also, eine Herausforderung für die Küche bleibt hier weiterhin bestehen.
Als Werbung für den von mir gleich genannten Hersteller solcher Produkte für den Vegetarier möchte ich das nicht verstanden wissen, wenn ich zum Beispiel die Firma www.valess.de nenne, von der ich erst kürzlich zu Hause ein als Vegetarisches Schnitzel bezeichnetes Produkt auf dem Teller hatte, dass mich sehr verblüffte und schließlich sogar misstrauisch werden ließ.
Dieses Schnitzel schmeckte wie ein Putenschnitzel. Es hatte sogar die Konsistenz des Putenfleisches, es war faserig wie dieses und war vom Biss her, wenn ich mich auf mein Erinnerungsvermögen verlassen darf, ebenfalls ganz Pute. Das veranlasste mich dann doch, beim Hersteller anzurufen und dort nachzufragen, ob es sich bei diesem Produkt tatsächlich um fleischfreie Kost handelt, wie im Zutatentext beschrieben, oder ich etwa sprichwörtlich über den Tisch gezogen werden soll, weil es sich eben nicht um ein fleischloses Produkt handelt. Man hat mir versichert, dass im Produkt drin ist, was drauf steht. Am Ende haben sie sich noch für mein Misstrauen bedankt, weil sie es als Kompliment auffassen konnten.

Das von Ihrer Küche angebotene Fischgericht “Pangasius mit grünen Nudeln und Pilzen” ist in der Tat köstlich, insbesondere das Detail wie die weiße Soße, und dennoch hätte ich das alles gerne ohne dem Fisch und stattdessen zum Beispiel ein fleischloses, ebenso wohlschmeckenden Etwas zusammen mit den vorzüglichen grünen Nudeln, den schmackhaften Pilzen und dieser herrlichen Soße auf dem Teller angerichtet gesehen. Gerade ein solches Gericht hätte ich ohne Zwiespalt und ohne schlechten Gewissen vorgezogen und gerne bestellt.

Vielleicht sind gerade Sie, verehrte Mitarbeiter des betreffenden Restaurants geradezu ideal dafür, in der weitläufig auf Fisch und Fleisch festgefahrenen Gastronomie den Anfang dahingehend zu machen, auch dem bislang stiefmütterlich behandelten Vegetarier neben Salatteller, Pilzpfanne und Omelett mit einem noch ausgefeilteren Speisenangebot glücklich zu machen? Niemand und nichts kann Sie daran hindern, nur Sie selbst!

Klaus R.

Eine passable Alternative zum Tierfleisch wäre hier zu finden: Lecker und tierfleischfrei

Auch wenn Katz und Hund ein kleineres Hirn haben als wir Menschen, es reicht zum Leben und innig Lieben! (KDR)

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