Providererfahrungen - ohne Provider ist der Kunde nichts! Und umgekehrt?

April 12th, 2007
Klaus R. frontal ...

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Was ich dieser Tage mit verschiedenen Providern erlebt habe, muss ich einfach hier loswerden!

Ein Paradoxum unserer Zeit: Für Dienstleister ist nicht mehr die Konkurrenz (heuchlerisch “Mitbewerber” genannt”) der Gegner, nein, der Kunde ist es!

Da wäre als erstes der für den Kunden offenbar viel zu groß gewordene Provider 1&1 AG.

Die Mitarbeiter, die Kostgänger dieser AG also, scheinen inzwischen so größenwahnsinnig geworden zu sein, dass sie der selbstmörderischen Auffassung unterliegen, sie könnten nun schon ganz ohne Kunden weiter bestehen.
Diese direkte Erfahrung mußte ich jedenfalls machen.

Seit Anfang 2000 war ich dort zuverlässig zahlender Kunde, vertreten mit gleich mehreren Hosting-Verträgen.

Bis zum Februar 2007 ging alles gut. Herausforderungen an den Kundendienst gab es bis dahin eigentlich kaum, nichts wesentliches jedenfalls. Demzufolge blieb mir auch die sich im Innern dieses Hostinganbieters tatsächlich breitgemachte Auffassung bei den Mitarbeitern über die Qualität eines gepflegten Umganges mit den Kunden ihres Arbeit-und Brötchengebers verborgen. Die trat erst mit dem Moment zutage, als ich eines Tages, eben im Februar 2007, eine Mitteilung von 1&1 per EMail erhielt, in der ich abrupt aus meinen, doch nicht etwa weltfremden Träumen gerissen wurde, bei 1&1 als Provider einen guten Griff gemacht zu haben.
Darin wurde mir kurz und bündig eröffnet, dass 1&1 die etwas kostengünstigeren Webhostingverträge mit Bannerwerbung einstellen werde und in neue Verträge umwandelt. Damit verbunden selbstverständlich satte Preisveränderungen. Z.Bsp. von 4,99 Euro auf über 7 Euro pro Monat. Wenn ich damit nicht einverstanden sei, müsse ich dagegen Widerspruch einlegen.
Natürlich war ich nicht damit einverstanden! Mich hat die Bannerwerbung keinesfalls gestört.

Also legte ich per Fax Widerspruch ein, so wollten es die Mitarbeiter von 1&1. Weil ich mir aber dachte, dass bei dem Widerspruchsangebot seitens 1&1 ein wesentlicher Bestandteil fehlte, nämlich, wie die Konsequenzen für mich und eine Alternative im Falle eines Widerspruches ausähen, habe ich gleich per EMail, später per Telefon, nachgefragt. Zunächst kam keine Antwort. Erst nach mehreren Faxen und Mails zu dieser Anfrage kam dann doch eine Reaktion. Offenbar heilfroh darüber, wieder einen eh nur lästigen Kunden verkrault zu haben und folglich zu verlieren, teilte man mir geradezu wolllüstig mit, 1&1 müsse durch meinen Widerspruch meinen Vertrag ab sofort kündigen. Zuvor hatten sie eben schnell noch für das ganze halbe Jahr, bis August, die Gebühren für diesen Vertrag von meinem Konto abgebucht! Alles was Recht ist! Denn gezahlt ist gezahlt. Rückvergütung? Aber Hallo. Von wegen.

Da war ich platt! So niedergemacht und geplättet, habe ich schließlich telefonischen Kontakt gesucht und bekommen. Unzählige Namen von Mitarbeitern, die mir alle etwas anderes erzählt haben, standen im Verlaufe dieses Telefonatmarathons auf meiner Liste. Alle waren sie sich in einem einig: Dieser eine Kunde war so überflüssig wie ein Kropf. Unser Gehalt wird doch sowieso vom lieben Gott bezahlt! Das Dumme ist nur, die sind alle wie ein Stück Seife in der Badewanne. Man kriegt diese Personen nicht wirklich zu fassen! Dieses dekadente Phänomen kennen wir Kunden ja schon zur Genüge auch von anderen bekannten Dienstleistungsfirmen.
Diesem Irrtum hinsichtlich der Herkunft ihres Einkommens völlig erlegen, kamen sie natürlich nicht mal ansatzweise auf die Idee, mir ein Angebot zu machen, dass mir ermöglichte, bei 1&1 zu bleiben, ohne mich über den Tisch gezogen zu fühlen.

Daraufhin ergriff ich als selbstbewußter, völlig unterschätzer Kunde die Initiative. Ich formulierte selbst das Angebot, welches mich über die Enttäuschung darüber, so schlecht behandelt worden zu sein, hinweggetröstet und mich zum einlenken bewogen hätte.

Aber wir leben ja im Zeitalter der elektronischen Kommunikation und Information. Und ausgerechnet die Zeitgenossen, die direkt mit dieser Materie tagtäglich konfrontiert werden und davon leben, haben offenkundig ein erhebliches Problem, mit dem markanten Medium unseres Zeitalters wirklich zurecht zu kommen. Sie verkrochen sich hinter einer Mauer aus betretender Schweigsamkeit. Was nützt uns also das Ausrufen einer angeblichen Wissensgesellschaft, wenn wir mit Wissen eigentlich nichts am Hut haben und doch nichts damit anzufangen wissen.

Es kamen keine positiven Signale von den Mitarbeitern der 1&1 AG. Mir blieb nichts anderes übrig, als den Umzug meiner Domains in Gang zu setzen und die Verträge zu kündigen. Das tat ich dann auch sehr schnell. Wütend war ich schon zu erleben, wie leichtfertig Angestellte einer Firma mit ihren Kunden umgehen und sie einfach so beschädigt ziehen lassen. Und wenn sie nur einen ziehen lassen, schafft das dicke Luft und das ist unangenehm!

Die Kündigungsfaxe waren schnell verschickt. Zusätzlich noch die passenden EMails versandt. Als letzter, hoffnungsvoller Versuch auch noch einige nervige Telefonate, die mich aber nur ein weiteres meiner, inzwischen vor Ärger grau gewordenen Haare kosteten. Vergeblich. Gegen Dummheit ist entgegen der weitläufigen Meinung im Volke doch ein Kraut gewachsen, nämlich Bildung. Gegen Unvernunft aber gibt es noch keines.

Dann ging es unaufhaltsam auf Reisen zu einem anderen Provider. Aber zu welchen? Ist der aus dem selben Holz geschnitzt? Sieht der etwa in mir als Kunde auch nur einen Gegner? Das merkt man erst, wenn man ihm auf die Pelle gerückt ist und seine Qualitäten herausgefordert werden. Längst hatte ich mir übers Internet einen rausgesucht, der zunächst in Frage kam, weil er für die ersten 6 Monate werbewirksam, sage und schreibe nur 1 Euro für den Hostingvertrag verlangte. Der warb mit einer kostengünstigen Testphase. Wird dieser Provider mit seinen Mitarbeitern den Test bestehen? Wird er mit seinem neuen Kunden zufrieden sein?

Es war mein erster Umzug. Bevor ich also den Umzug zum neuen Hoster einleitete, sah ich mich natürlich auf den Webseiten des für mich vielleicht neuen Partners gründlich um. Was dieser an Leistungen anbot, war für meine Zwecke völlig ausreichend. Ich konnte keine gravierenden Schwachstellen ausmachen. Also hatte es den Anschein, als wäre mein Auszug aus 1&1 nicht mehr aufzuhalten. Und so kam es dann auch.

Klaus R.

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