Die Polit-Talkshow Sabine Christiansen am 16.06.02

Zum Thema Bildungsmisere in Deutschland.

Es herrscht offenbar Ratlosigkeit. Und nun kommen die alten Haudegen der SED-Ideologie wieder ins Spiel. Die PDS. Sie dürfen das totalitäre Bildungssystem (Volksbildung genannt) allen Ernstes als favorisierte Alternative zum bestehenden und für den Umbau des Bildungssystems in Deutschland ins Gespräch bringen. Keiner protestierte in dieser Runde.

Die schlechthin bekannten Attribute des Bildungsziels des SED-Staates sind offenbar nicht richtig begriffen worden oder sollen nun endlich bewusst unter den Teppich der Geschichte gekehrt werden. Vergessen und ignoriert ist der totalitäre Anspruch des menschenfeindlichen SED-Regimes an den Denkweisen der Menschen in seinem Machtbereich, vergessen der totalitäre Einfluss auf die Erziehung der Kinder mit dem Ziel, aus ihnen kadavergehorsame sozialistische Staatsbürger zu machen. Der eklatante Missbrauch der Bildung als ideologische Zwangsjacke wird in Zeiten scheinbarer Not und hektischen Aktionismus salonfähig gemacht.

Wer die Bildungsmethoden der DDR-Volksbildung zur Alternative für die Bildungspolitik in Deutschland macht, ist entweder zu dämlich, dieses Bildungssystem zu begreifen oder war selbst Täter, sprich Lehrer, Pionierleiter an den DDR-Schulen oder Kindergärtnerin oder Hortnerin in den Tagesstätten für die Kids. Dort wurden sie systematisch deformiert – doch kaum einer will's wahr haben!

Mehr Zentralismus hinsichtlich der Vereinheitlichung der Bildungspolitik in Deutschland ja, aber nicht made in DDR! Das wäre so absurd, wie auf das ebenso straff organisierte Schulwesen unter Hitler zurückgreifen zu wollen.

17.06.02 Klaus